Forscher sind sich einig: Das sind die 5 besten Fische für ein gesundes Gehirn
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Forscher sind sich einig: Das sind die 5 besten Fische für ein gesundes Gehirn

Olaf 12/03/2026 5 min

Die Wissenschaft ist eindeutig: Bestimmte Fische liefern die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA, die das Gehirn nicht selbst produzieren kann. Eine 2021 in Advances in Food and Nutrition Research veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt, dass ein Mangel an diesen Fettsäuren neuronale Verbindungen stört und das Risiko neuropsychiatrischer Erkrankungen erhöht. Fünf Fische stechen dabei besonders hervor.

Wer an Hirngesundheit denkt, denkt selten zuerst an den Teller. Und doch belegen Forscher seit Jahren, dass die Ernährung die Gehirnfunktionen und das Verhalten bis ins Erwachsenenalter beeinflusst, weit über die frühe Kindheit hinaus. Das Inserm hat den Zusammenhang zwischen Nährstoffmangel und Verhaltensstörungen ausdrücklich bestätigt.

Das Problem: DHA und EPA, die beiden wichtigsten Omega-3-Fettsäuren für das Nervensystem, werden vom Körper nicht selbst synthetisiert. Sie müssen zwingend über die Nahrung aufgenommen werden. Und genau hier kommen Fische ins Spiel.

Omega-3-Fettsäuren und das Gehirn: was die Forschung belegt

Die Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2021 untersuchte gezielt jene Nährstoffe, die für das Gehirn unverzichtbar sind, aber vom Organismus nicht eigenständig hergestellt werden können. Omega-3-Fettsäuren stehen dabei an erster Stelle.

DHA: Baustein der Neuronenmembranen

DHA (Docosahexaensäure) ist strukturell in die Membranen der Neuronen eingebettet. Ohne ausreichende Versorgung verlieren diese Membranen ihre Flexibilität, was die Kommunikation zwischen Nervenzellen direkt beeinträchtigt. Ein dauerhafter Mangel drosselt also buchstäblich die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

EPA: Entzündungshemmer im Nervensystem

EPA (Eicosapentaensäure) wirkt auf einer anderen Ebene: Diese Fettsäure fördert die Übertragung von Nervensignalen und begrenzt bestimmte Entzündungsprozesse im Gehirn. Forscher sehen in einem EPA-Mangel einen möglichen Faktor bei der Entstehung neuropsychiatrischer Erkrankungen. Der empfohlene Richtwert liegt bei mindestens 250 mg EPA + DHA pro Tag für eine gesunde Gedächtnisfunktion.

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Information
DHA und EPA sind sogenannte essentielle Fettsäuren: Der Körper kann sie nicht selbst herstellen. Eine regelmäßige Zufuhr über fettreiche Fische ist die direkteste und wirksamste Quelle.

Die 5 besten Fische für das Gehirn im Vergleich

Die Nährwertdaten des USDA (US-Landwirtschaftsministerium) erlauben einen direkten Vergleich der Omega-3-Gehalte pro 100 g Fischfleisch. Das Ergebnis ist eindeutig: Fettreiche Fische dominieren die Liste.

Fisch EPA (pro 100 g) DHA (pro 100 g)
Hering 909 mg 1 100 mg
Makrele 898 mg 1 400 mg
Lachs 862 mg 1 100 mg
Sardinen 473 mg 509 mg
Thunfisch 25 mg 197 mg

Hering und Makrele: die unterschätzten Spitzenreiter

Hering und Makrele führen die Liste an, werden in der deutschen Küche aber oft unterschätzt. Mit jeweils über 900 mg EPA und mehr als 1 100 mg DHA pro 100 g übertreffen beide Fische den empfohlenen Tagesbedarf von 250 mg bereits mit einer einzigen Portion deutlich. Ein weiterer Vorteil: Ihre Belastung mit Schwermetallen gilt als gering, was sie zu besonders sicheren Optionen für den regelmäßigen Verzehr macht.

Lachs: der bekannteste Omega-3-Lieferant

Lachs bleibt der bekannteste Vertreter unter den hirngesunden Fischen. Mit 862 mg EPA und 1 100 mg DHA pro 100 g liegt er nur knapp hinter Hering und Makrele. Seine Beliebtheit hat einen praktischen Vorteil: Er lässt sich vielfältig zubereiten. Wer Lachs regelmäßig isst, etwa als frischer Fisch für selbst gemachtes Sushi, profitiert gleichzeitig von einer hervorragenden Versorgung mit essentiellen Fettsäuren.

Sardinen: kleine Fische, große Wirkung

Sardinen liefern mit 473 mg EPA und 509 mg DHA weniger als die drei erstgenannten Fische, bleiben aber eine solide Quelle für mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sie sind günstig, leicht verfügbar und lassen sich problemlos in den Alltag integrieren, ob aus der Dose oder frisch zubereitet.

Thunfisch: nur als Ergänzung geeignet

Thunfisch bildet das Schlusslicht dieser Rangliste. Mit lediglich 25 mg EPA und 197 mg DHA pro 100 g bleibt er weit hinter den anderen Fischen zurück. Dazu kommt eine höhere Exposition gegenüber Schwermetallen. Forscher und Ernährungsexperten empfehlen, Thunfisch nur punktuell zu verwenden, als gelegentliche Option, nicht als Hauptquelle für Omega-3-Fettsäuren.

So integriert man diese Fische sinnvoll in die Ernährung

Das Wissen um die besten Quellen nützt wenig, wenn die Umsetzung im Alltag fehlt. Der Richtwert lautet: 2 Portionen Fisch pro Woche, davon mindestens 1 Portion fettreicher Fisch. Wer Hering, Makrele, Lachs und Sardinen regelmäßig abwechselt, deckt seinen Bedarf an EPA und DHA zuverlässig ab.

Zubereitung und Vielfalt

Bei der Zubereitung empfehlen Ernährungswissenschaftler Dampfgaren oder Backen im Ofen, da diese Methoden die hitzeempfindlichen Omega-3-Fettsäuren besser schonen als scharfes Anbraten. Aber Fisch muss nicht immer warm auf den Tisch. Lachs eignet sich hervorragend für rohe Zubereitungen. Wer ihn beispielsweise für selbst gemachte Sushi-Rollen verwendet, erhält die Fettsäuren vollständig, ohne sie durch Hitze zu beeinträchtigen.

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Achtung
Thunfisch enthält im Vergleich zu Hering, Makrele und Lachs deutlich mehr Schwermetalle. Besonders für Schwangere und Kinder sollte der Konsum auf ein Minimum reduziert werden.

Wer auf Abwechslung setzt, kann Lachs auch kalt genießen, etwa als Teil einer Sushi-Komposition mit passendem Käse. Wichtig bleibt dabei die Regelmäßigkeit: Nicht eine einmalige große Portion, sondern die konstante wöchentliche Zufuhr macht den Unterschied für die Gehirngesundheit.

250 mg
EPA + DHA pro Tag: der empfohlene Mindestwert für eine gesunde Gedächtnisfunktion

Makrele und Hering erreichen diesen Wert bereits mit einer kleinen Portion von 100 g. Das macht sie nicht nur zu den reichhaltigsten, sondern auch zu den praktischsten Quellen für eine gezielte Ernährung zugunsten des Gehirns. Die Botschaft der Forscher ist klar: Wer regelmäßig fettreichen Fisch isst, versorgt sein Nervensystem mit genau den Bausteinen, die es braucht, aber nicht selbst herstellen kann.